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de G´schicht der Genossenschaft
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Werdegang der Pferdezuchtgenossenschaft Traunstein

Im 18. Jahrhundert (1769), als das erste Landgestüt in Bayern die Zucht durch Veredelungskreuzung des schweren Arbeitspferdes hin zu einem Militärpferd beeinflusste, konnten sich die Chiemgauer Pferdezüchter mit dem Kreuzungsprodukt nicht anfreunden.
Die Züchter aus dem Chiemgau hatten mehr als ein Jahrhundert ihre Zuchtausrichtung ins Salzburger Land.
Durch laufenden Zukauf aus Österreich (Salzburg, Tirol bis Kärnten) kam für die heimischen Züchter nur der Schlag des Norischen Pferdes in Frage.
Die Hengsthaltung lag im 19. Jahrhundert im Chiemgau nur in privater Hand.

Die guten Erfahrungen, die um die Jahrhundertwende in der Rinderzucht durch den Zusammenschluss zur Zuchtvereinigung gemacht wurden, waren in verschiedenen Gebieten, so auch im Chiemgau, für die Pferdezucht beispielgebend.
Bereits 1897 gründeten pferdepassionierte Bauern des Chiemgaus die Pferdezuchtgenossenschaft Traunstein.
Im Jahre 1910 wurde die Genossenschaft ins Vereinsregister eingetragen.

Bereits um Jahre 1911 erwarb die Genossenschaft mit Unterstützung des bayrischen Staates die Hefteralm zur Aufzucht von Jungpferden (Stuten sowie Junghengste).
Die Hefteralm wird auch noch von Mitgliedern der Genossenschaft mit Jungpferden und Jungrindern bestoßen.
Im Jahre 1916 entstanden mehrere umliegende Pferdezuchtgenossenschaften.
Die Genossenschaften schlossen sich 1916 zum Verband für die Zucht des Pinzgauer (Norischen) Pferde zusammen.
Dieser im Chiemgau entstandene Verband zählte zu den ersten in Bayern.
Nach den Wirren des ersten Weltkrieges wurde am 17. Juni 1919 der Pferdezuchtgenossenschaft Traunstein durch das Staatsministerium für Landwirtschaft die Rechtsfähigkeit verliehen.

Den Höhepunkt an Mitgliedern sowie an eingetragenen Stuten hatte man 1949 errichtet.
Die Pferdezuchtgenossenschaft Traunstein hatte 512 Mitglieder mit 772 eingetragenen Stuten.
Für den Chiemgau- und Rupertiwinkl standen 19 staatliche und private Deckhengste auf verschiedenen Deckstationen zur Verfügung.

Durch die Mechanisierung der Landwirtschaft wurde in den späten 50-igern und 60-iger Jahren die landwirtschaftliche Pferdehaltung sehr stark zurückgedrängt.
In den Ackerbaugebieten wurde das Pferd zur Arbeit nicht mehr benötigt,
Die Kaltblutpferde wurden überwiegend in der Waldarbeit, besonders im Bergland eingesetzt.

Die Pferdezüchter im .Chiemgau ließen sich durch diese Flaute nicht beirren und achteten in der Zucht weiter auf ein mittelschweres, elegantes, bewegungsstarkes Pferd mit bestem Charakter.
Sowohl zum Fahren als auch beim Reiten, wobei sicher das Gespann im Vordergrund steht.

Der Mitgliederstand in den letzten Jahren war sehr konstant bei 104 Mitgliedern mit 130 eingetragenen Stuten.

Gregor Lindlacher (Schriftführer)